Inhärente Sprache - Muttersprache 2.0

Definition

Eine oder mehrere Sprachen, die einem Individuum als Teil seines Selbst kontextabhängig und je nach GesprächspartnerIn reflexartig als erstes ins Bewusstsein kommt bzw. kommen.

Dieser Begriff geht über Konzepte wie Muttersprache, Muttersprache, Zweitsprache, Fremdsprache usw. hinaus. Besonders für polyglotte Individuen hilft es ihnen, alle ihre Sprachen als Teil ihrer selbst zu erkennen.

 

Charakteristiken

Das Individuum kann sich mit Gewandtheit ausdrücken, auch mit monolingualen Sprecher*innen dieser Sprache kommunizieren.

Die Erwerbsweise ist nicht relevant, ebenso der Lebensabschnitt, in dem sie erfahren wurde.

Sprecher*innen können in dieser Sprache denken, das heißt, sich ohne „Übersetzungen“ ausdrücken.

Sprecher*innen haben ein „Sprachgefühl“, das es ihnen erlaubt, sich verständlich auszudrücken, sie können erkennen, ob ein Ausdruck Sinn macht oder nicht und wissen, was gemeint ist, auch bei zweideutigen Ausdrücken.

Sie können sich über viele Themen unterhalten, da, auch wenn es an Vokabular fehlen sollte, sie genügend Symbole besitzen, um zu erklären, was sie meinen.

Sprecher*innen verbinden Verschiedenes mit dieser Sprache: Gutes, Schlechtes, Praktisches, interpersonale Beziehungen, Lebensabschnitte, Arbeits- oder akademische Werkzeuge u.a. Diese Emotionen, Gefühle und Assoziationen sind Teil des Lebens eines Individuums, definitiv oder temporär, wurden aber als Teil ihres Selbst aufgenommen und prägen es auf persönlicher wie edukativer Ebene.